Blutegeltherapie

Blutegel /Photo Biebertaler Blutegelzucht
Blutegel /Photo Biebertaler Blutegelzucht

Eine Zeitlang war die Behandlung mit Blutegeln in Verruf geraten, aber in den letzten Jahren hat auch die Schulmedizin erkannt, dass die kleinen Tierchen durchaus ihre Berechtigung haben.

 

 

Klassische Einsatzgebiete sind:

Arthrose

Schmerzen

Schwere Beine /Krampfadern

chronische Entzündungen

Einfach und unkompliziert

Blutegel/ Foto:  Biebertaler Blutegelzucht
Blutegel/ Foto: Biebertaler Blutegelzucht

 

 

Die Blutegeltherapie ist eine einfache und unkomplizierte Therapieform. Man kann sie unterstützend für die Behandlung vieler Beschwerdebilder einsetzen. Die medizinischen Blutegel (Hirudo medicinalis) werden in speziellen Zuchtanlagen für den Einsatz in der Humanmedizin gehalten. Man unterscheidet zwischen Kulturegeln und zwischen Zuchtegeln.

 

Die Kulturegel sind Wildegel, die wenigstens 32 Wochen in den Zuchtstationen gehalten werden, um sicherzustellen, dass sie frei von Krankheiten sind.

 

Blutegel zur medizinischen Anwendung sind Fertigarzneimittel nach § 2 Abs. Nr. 1 Arzneimittelgesetz!

 

 

Art und Dauer der Anwendung

Anwendung*


 

 

Die Anwendung und ihre Länge richtet sich nach den konkreten Beschwerdebildern.

 

In der Regel werden bei akuten Beschwerden wenige Egel angesetzt, dafür werden aber in kurzem zeitlichen Abstand mehrere Behandlungen durchgeführt.

 

Bei chronischen Erkrankungen werden mehr Egel angesetzt, aber der zeitliche Abstand ist größer.

 

Menge der Egel:

 

Bei einem gesunden Erwachsenen werden maximal 10 Egel in einer Behandlung angesetzt.

 

Dauer einer Therapiesitzung:

 

zwischen 30 Minuten und 60 Minuten. Die Egel fallen von selber ab, wenn sie satt sind

 

Wirkung einer Blutegelbehandlung

 

Blut verdünnend, entzündungshemmend,Blutentzug, Lymphstrom beschleunigend, Schmerz stillend

 

 

  • Blutergüsse

  • Hämorrhoiden

  • Arthrosen z.B.:*Knie-und Daumensattelgelenksarthrose

  • Kopfschmerzen und Migräne

  • Tinitus

  • Gallenblasenentzündung

  • Gürtelrose

  • Bluthochdruck

  • Rheuma - Gicht

  • Durchblutungsstörungen - Offenes Bein

  • Muskelverspannungen, Muskelverhärtungen

  • Venenentzündung - Krampfadern

  • Sehnenscheidenentzündung

  • *Tennisellbogen

  • Mandelabszess

  • Furunkel und Karbunkel

  • Prämenstruelles Syndrom

  • und vieles mehr

 

* Die Anwendungsgebiete beruhen auf klinischen Studien (*)sowie auf Fallbeispielen aus der Fachliteratur und der Erfahrungsheilkunde (Grundlagen: Müller „Handbuch der Blutegeltherapie“, Michalsen/Roth „Blutegeltherapie“)

 

 

 


Nebenwirkungen

 

Nebenwirkungen:

 

sehr häufig > 1/10):

 

  • lokaler Schmerz ca- 1-5 min.

  • Anschwellen der Ränder der dreizackigen Wunde

  • lokaler Juckreiz nach mehreren Stunden für ca. 2-3 Tage nach der Behandlungen

  • rot-violette Verfärbung der Bissränder später gelblich für ca. 2 Wochen

  • regionale Lymphknotenschwellung

 

Häufig (>1/100)

 

  • stärkere Nachblutungen mit begleitendem Abfall des Hämoglobins

  • eng lokalisierte Entzündungen mit teilweise papulösen Erhebungen verbunden mit Juckreiz

  • lokal begrenzte allergische Symptome

  • mehrtägiges Anschwellen des Behandlungsareals bei Ansetzen an den Extremitäten

 

Gelegentlich >1/1000

 

  • starker Blutdruckabfall (Kreisslaufdepression und vasovagale Reaktionen)

 

Selten >1/10.000

 

  • ausgeprägte lokale Entzündungen, z:B.Wundrose, Entzündungen der Lymphbahnen.Gegenmittel: begleitende Antibiose mit Cephalosporinen der 3. Generation bzw. Gyrasehemmern.

 

Sehr Selten >1/100.000

 

  • Arthorpodenreaktion

  • systemische Reaktionen mit Sepsis z.B.

    durch Sekundärinfektion der Wunde (verschiedene Erreger möglich) oder durch Primärinfektion bei Aeromonas hydrophila oder Aeromonas veroni biovar sobria. Gegenmittel: begleitende Antibiose mit Cephalosporinen der 3. Generation bzw. Gyrasehemmern.

  • transfusionsbedürftiger Blutverlust

 

Kosten (Stand Juli 2022)

 

 

eine Behandlung kostet € 60,--

 

plus € 15,00,-- pro Egel

 

(Stand Juli 2022)

 

Weitere Informationen gerne persönlich

 

 

 

Kontraindikation

 

medizinische Blutegel dürfen nicht angewendet werden bei:

 

  • angeborener oder erworbener Blutkrankheit

  • gleichzeitiger Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten

  • Knochenmarkssupression und Anämie (Blutarmut)

  • blutiges Magengeschwür, erosive Gastritis, Magengeschwür mit Blutungsneigung

  • akute Infektionskrankheiten und Fieber

  • schwerwiegende instabile Organerkrankungen

  • Einnahme von Medikamenten die die Immunreaktionen unterdrücken und starke Allergieneigung, spezielle Eiweißallergien

  • bekannte Allergien gegen Inhaltsstoffe des Speichels der Blutegel

  • Neigung zu Blutungen

  • überschießende Bindegewebsvermehrung

  • allgemeine und örtlich begrenzte Wundheilungsstörungen