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Die Freude an der Stimme - oder Schildkrot und die Kunst

Eintrittskarten für Illermusikfestival
Joy of Voice Illermusik Festival

 

Frau Schildkrot ist umgezogen.

 

In die Provinz. Die bayrische noch dazu.

So ganz sicher ist sie sich noch nicht, wie sie mit den Eingeborenen …

Aber Herr Zeisig meint, das wird schon.

Jedenfalls sind Frau S. und Herr Z. zu einem Konzert.

Das findet im Zuge des Illermusik Festivals statt

 

 

 

 

 



Frau Schildkrot assoziiert mit Illermusik Festival eher so etwas wie Humtata und Täterättä. Aber anscheinend ist sie da wieder mal voller Vorurteile.

 

 

 

Denn Joy of Voice ist alles andere als Humtata. Frau Schildkrot war an einem eisigen Novembertag oder vielleicht war es auch Dezember oder Januar – das weiß sie nicht mehr so genau, es war jedenfalls kalt, nass und sonst auch ungemütlich – jedenfalls war sie da auf einem Konzert dieses Ensebmles in einem kleinen Theater irgendwo in Memmingen und sie war nur noch begeistert. Deshalb freut sie sich auf das Konzert.

 

 

 

 

Eintrittskarte Konzert Joy of Voice


Es ist ein Open Air Konzert.

 

Was vielleicht etwas abenteuerlich werden könnte. Es ist zwar die ganze Woche sonnig gewesen… und auf dem Marktplatz dieses kleinen Ortes in der bayrischen Provinz, da hat sie schon so Probentöne gehört … aber am Nachmittag ziehen Wolken auf. Es windet und tut.

 

 Frau S hofft inständig, dass die Künstler nicht umdisponieren und in die Turnhalle ausweichen.

 

Andererseits fragt sie sich, wie das werden soll, mit einer Bühne auf dem Marktplatz.

Der Marktplatz ist neu gestaltet worden. Da gibt es auf die Hauptstraße zu einen großen Discounter, dann der öffentliche Parkplatz dazu, der Marktplatz heißt und sehr schön mit Bäumen und Zäunen gestaltet ist. Auf dem hat Frau Schildkrot sich schon ein Knöllchen eingehandelt.

 

 Nur wo genau, dann die Bühne hin soll und das Publikum?

 

 


Man wird sehen...



 

 

Die erste Überraschung. Es ist nicht ganz so voll, wie sie dachte. Anscheinend ist Joy of Voice für die Provinz um Neu Ulm noch kein Begriff. Trotzdem müssen Krot und Zeisig auf hintere Plätze ausweichen, weil Zeisig so lange mit der Umzieherei zu tun hatte.

 

 

 

Krot stöhnt innerlich. Es ist inzwischen 19:45 Uhr und sie weiß nicht, wie sie auf den unbequemen harten Stühlen (Zeisig ist schuld, er hat vergessen, Kissen mitzubringen!) ausharren soll, bis es endlich anfängt. Natürlich könnte sie drüben an den Ständen etwas zu trinken bekommen, aber sie hat ja schon Geld für die Karten ausgegeben…


Menschen auf der Bühne

 

Inzwischen ist es Zeit aufzubrechen, die Sonne scheint und der Himmel ist blau. Nun wird die Stunde der Wahrheit schlagen.

 

 

 

Frau S hofft immer noch, dass sie nicht in eine stickige Turnhalle muss. Herr Zeisig ist wie immer etwas spät, aber man schafft es doch noch pünktlich dahin und stellt sich auf eine lange Wartezeit ein. Schließlich ist Einlass ab 19:00 Uhr und Beginn um 20:30 Uhr.

 

 

 

Jetzt weiß die Krot auch, wo genau das Ganze ist: Der Kirchenparkplatz (der ohne Parkbeschränkung... der Liebe Gott hat kein Problem mit Dauerparkern… ), der ist für die öffentliche Veranstaltung abgesperrt. Der ist wohl auch älter (so wie die Kirche) und deshalb kriegt man da unter normalen Zeiten, Parkasyl ohne Knöllchen und nun eben Asyl für die freien Künste.

 

 


Da kommt die zweite Überraschung: Es gibt doch tatsächlich ein Vorprogramm.

Der Projektchor des Dorfes hat zusammen mit einigen Solisten von Joy of Voice etwas einstudiert und die krittelige Krot vergissst über die nächste halbe Stunde alles um sich rum, weil die Lieder und die Choreographie so super sind, dass sie gar nicht anders kann, als mitzusingen und zu klatschen.

 

 

 


Als es dann endlich losgeht mit dem Hauptprogramm ist Frau Schildkrot ganz und gar glücklich: Joy of Voice brillieren mit Lieder aus unterschiedlichen Musicals, hauptsächlich in Deutsch gesungen, aber teilweise auch in den englischsprachigen Varianten. Sie haben super tolle Choreographien und tolle Kostüme.

 

 

 

Die Interpreten und ihr Chor wechseln von einer Szene zur nächsten ihre Kostüme, dass die Krot nur so staunen kann, braucht sie doch selber wesentlich länger, um nur ein T-Shirt anzuziehen.

 

Dass es der Truppe Spaß macht, Lieder zu präsentieren aus Mary Poppins, My fair Lady, Sister Act und noch einigen Musicals, die die Krot nicht kannte, merkt man sofort. Der Name ist Programm.

 Das Publikum ist auch begeistert.

Ein kleiner Wermutstropfen aus Sicht der Krot ist, dass das Soundsystem nach der Pause irgendwie ein Eigenleben entwickelt. Sie empfindet die Musik teilweise als deutlich zu laut. Sie würde am liebsten aufgestehen, um den Leiser-Knopf zu suchen.

Jedenfalls denkt die Krot, dass wenn diese Truppe sich wieder in diese Gegend der Iller verirren sollte, es nicht mehr ganz so einfach sein wird, Karten zu ergattern.

Sie überlegt, ob sie zum Sommernachtszauber gehen soll, den sie in Memmingen im August auf dem Gelände der LGA noch einmal veranstalten wollen.

 

 

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