Gegen Abend: wo bettet man sein Haupt?

Landschaft in der Po Ebene, aufgenommen während der Fahrt auf der Autobahn
Don-Camillo-Land

 

 

Inzwischen düsen die Buggys durch Don-Camillo-Land. Man will noch bis zur Dämmerung soweit wie möglich die Po-Ebene durchqueren, sich dann ein Zimmer suchen, um dann am nächsten Tag möglichst früh in Livorno anzukommen. Der Fährhafen soll etwas schwierig zu finden sein. Frau Schildkrot ist etwas unruhig. Ihr hat von Anfang an der Gedanke nicht gefallen, einfach so ins Blaue zu fahren, ohne feste Übernachtungspunkte. Weder Herr noch Frau Gelber-Buggy sprechen Italienisch oder Englisch, auch der Zeisig kann nur Schwäbisch, Deutsch und Englisch. Krots großes Latinum und ihr miserables Französisch sind auch schon eingerostet. Kurz und gut: Sie sieht schwarz und malt sich schon aus, wie die Gruppe irgendwo in der Emilia Romagna unter einem Baum, zerfressen von Moskitos nächtigen wird. Aber sie hat nicht mit der modernen Technik gerechnet: Frau Gelber-Buggy hat ihr Smartphone angewiesen, eine Unterkunft zu suchen. Man ist irgendwo bei Mantua von der Autostrada abgefahren, weil ein Stau angekündigt wurde und befindet sich nun in einer Ortschaft, die wirklich Don Camilos Dorf sein könnte. Die Buggys werden geparkt, alles folgt Frau Gelber-Buggy zur Pensione Rosa. Und siehe da: Schildkrots schlimmste Befürchtungen werden bestätigt. Sie hat es ja schon immer gewusst: dem Internet kann man nicht trauen. Die Villa Rosa gibt es. Eine stark verblassende Schrift über dem Rundbogen zum Gartenbereich lässt den Namen erahnen. Die Fensterläden sind geschlossen, was nichts zu heißen hat, aber die Spinnweben und der angesammelte Dreck vor den Läden legt die Vermutung nahe, dass es schon eine Weile her ist, seitdem diese Fensterläden geöffnet wurden. Ebenso die Abfalltüten vor der Haustür. Frau Schildkrot konsultiert ihr Wörterbuch und lernt: A vendere heißt: Zu verkaufen.

 

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