First in heißt nicht first out

 

 

Es dauert dann doch noch gut zwei Stunden. Die Menschen stehen in der Sonne neben ihren Autos und beobachten, wie die Autofähre anlegt und die Autos von der Fähre abfahren. Ein Wagen muss noch abgeschleppt werden, bevor dann das Boarding beginnt. Weil die Buggys ganz vorne stehen, werden die VW-Derivate auch zuerst eingecheckt. Es geht tief tief nach unten, dort schnappt man sich das, was man für die nächsten zehn Stunden benötigt und eilt dann Treppen nach oben in den Passagierbereich. Frau Schildkröte ist froh, aus dem stickigen Frachtraum heraus zu sein. Vom Geruch der Benzindämpfe und dem hohen Kohlenmonoxid-Gehalt ist ihr schlecht. Sie kann nicht verstehen, dass es Leute geben soll, die sich in ihren Caravans verstecken, für die Dauer der Überfahrt. Ihr wird allein schon bei dem Gedanken schlecht. Außerdem ist sie sich sicher, dass erhöhte Erstickungsgefahr besteht.

 

Hafenszene
aus dem Hafen heraus

 

Der Passagierbereich jedenfalls ist da schon was anderes. Hier wird ein Luxusliner imitiert. Natürlich in Grenzen. Personal steht höflich bereit, um die Passagiere zu dirigieren. Es gibt drei Klassen: einfache Passagiere, die die reine Überfahrt gebucht haben. Sie werden die nächsten Stunden im Restaurantbereich, in der Lounge oder auf diversen Sitzplätzen verbringen oder sich mit ihren Schlafmatten und Schlafsäcken irgendwo eine Ecke suchen. Dort veranstalten sie eine Art Schiffscamping. Frau Schildkrot wundert sich: Erstens, dass niemand Offizielles sie darauf aufmerksam macht, dass zu unterlassen und zweitens, dass man so schlafen kann.

 

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