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Rochade von Reinhard Tötschinger

copy: Picusverlag
copy: Picusverlag

Ich erhielt vom Picus Verlag ein Leseexemplar des Buches Rochade von R.Tötschinger und bedanke mich für das Printexemplar.

Neugierig gemacht hat mich einerseits der Titel, der sich auf eine Terminologie bezieht, die was mit Schach zu tun hat und das Cover, das einen Maler zeigt.

Ich weiß immer noch nicht, ob es diesen Maler wirklich gegeben hat und ob so ein Bild existiert.

Auch der Klappentext hat mich neugierig gemacht.

Zum Buch:

 

Restaurator Clemens Hartmann hadert mit der Historie seiner Familie, speziell mit der seines Großvaters und mit der aktuellen Politik seines Landes und wie sich diese auf seinen Elfenbeinturm im Museum auswirkt.
Clemens Großvater spielte eine tragende Rolle in den Kunstdiebstählen der Nazis und Clemens Vater war ein gefragter und bekannter Kopist von Malereien. Clemens Hartmann selbst, wäre gerne Maler, verdient sein Geld aber als gefragter und international anerkannter Restaurator von Gemälden und als Gutachter.
Er gerät zwischen die Fronten, als er ein stark beschädigtes Gemälde nicht nur schneller restaurieren soll, als er für machbar hält, sondern vor allem, weil der Kanzler der Republik sich dieses Gemälde in sein Büro hängen will. Clemens sieht hier Parallelen zur Nazizeit, als genau dieses Gemälde von Hitler für sich beansprucht wurde. In ihm regt sich Widerstand und er sucht nach einer Lösung...


Ich fand den ruhigen introvertierten Erzählstil angenehm und hab das Buch gerne gelesen. Leider habe ich allerdings Probleme mit der Nachvollziehbarkeit der Handlung des Protagonisten. Eventuell liegt das allerdings daran, dass ich die Prämisse nicht so ganz verstanden habe.
Der Roman spielt in Österreich, und bezieht sich auf eine Republik, die am Rande einer versteckten Diktatur steht. Viele Anspielungen sind mir als Deutsche eventuell einfach deshalb eventuell entgangen.
Mir war klar, dass der Autor die momentane rechtspopulistische Tendenz der österreichischen Regierung und das auch im Kulturbetrieb ausufernde Management nach Zeit und Leistungskriterien anprangern wollte, aber irgendwie bin ich damit nicht so ganz warm geworden und konnte mich nicht wirklich in der Geschichte verlieren.
Trotzdem: trotz gewisser wahrscheinlich eher persönlich begründeter Irritationen und dem gelegentlichen Kopfschütteln mit dem Gedanken "Was ist da jetzt alles so schlimm? - und so heldenhaft ist das doch nicht..." Fand ich das Begleiten von Clemens Gedankengängen doch interessant.

Ob ich so weit gehen würde, das Buch als Politsatire zu sehen? - Eventuell ist mir das Ganze nicht satirisch genug.

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